Es hat sich in den letzten Jahren herumgesprochen: Ohne zusätzlichen, kostenpflichtigen Virenscanner lässt sich Windows nicht sicher betreiben! Dabei liefert doch Microsoft schon seit Windows 8 den kostenlosen Virenscanner ‚Windows Defender‘ gleich mit. Grund genug einmal genauer hinzuschauen. 

In der Anfangsphase des ‚Windows Defender‘ fiel die Erkennungsrate bei Schadsoftware deutlich gegenüber den anderen kommerziellen Virenscannern ab. Aber Microsoft hat zwischenzeitlich viel getan. Wie  aktuelle Tests zeigen hat der ‚Windows Defender‘ mittlerweile zu den anderen Anti-Viren Produkten aufgeschlossen .

Virenschutz gefährlich?

Eine Anti-Viren Software muss sich sehr tief in Windows verankern um den Computer vor Schaden zu bewahren. Und wir haben in den letzten Jahren immer wieder erlebt, dass auch Anti-Viren Programme Fehler enthalten können, die aufgrund der tiefen Verankerung im System, erhebliche Sicherheitsrisiken mit sich bringen!

Warum also nicht gleich den Virenscanner von Microsoft nehmen? Man sollte doch denken, dass der Hersteller von Windows am besten weiß, wie man einen Virenscanner sicher in einem Betriebssystem wie Windows 10 integriert?

Während vor gut einem Jahr der Windows Virencanner ‚Defender‘ mit einer Schutzwirkung von 4.5 Punkten zu den schlechtesten gehörte, sieht das inzwischen ganz anders aus! Inzwischen hat aber der ‚Windows Defender‘ mit einer Schutzwirkung von 5.5 Punkten deutlich zu den anderen Anti-Viren Produkten aufgeschlossen!

‚Windows Defender‘ reicht?

Immer mehr Sicherheitsexperten halten daher den Schutz des ‚Windows Defenders‘ für ausreichend, wie auch das Fachmagazin ‚ct‘ auf heise online berichtet. Und immerhin wird der ‚Windows Defender‘ mit jedem neuen Windows System kostenlos mit ausgeliefert!

Dennoch gibt es natürlich guten Gründe auch nach wie vor auf zusätzliche, kommerzielle Virenscanner zu setzen. Wer z. B. die zusätzlichen Features nutzt wie Kindersicherung, Passwort Manager usw. möchte vielleicht gerne bei den bisher vertrauten Produkten bleiben. Und da spricht auch nichts dagegen, zumal sich die Kosten (20-40 € pro Jahr)  meist auch in Grenzen halten.

Wer jedoch einfach nur einen Virenschutz benötigt, kann auch einfach bei dem in Windows 10 bereits vorinstallierten ‚Windows Defender‘ bleiben!

Eine Warnung zum Schluss!

Ein grundsätzliches Problem bleibt allerdings: Ein Virenscanner kann immer nur die Viren erkennen, welche bereits bekannt sind! Für die Erkennung greifen Virenscanner auf eine Datenbank zurück in der die Erkennungsmerkmale der Schädlinge gespeichert sind. Neue Viren, Trojaner oder Würmer werden also erst erkannt, wenn sie in dieser Datenbank aufgeführt sind!

Der vorsichtige Umgang mit unbekannten EMails, Daten oder zweifelhaften Internetseiten ist daher neben dem Virenscanner die vielleicht wichtigste Ergänzung für ein sicheres Computer-System!